VdF - Vereinigung der Fußballer

Der Kollektivvertrag

GdG-KMSfBregelt das Arbeitsverhältnis zwischen Bundesliga-Klubs und Spielern sehr detailliert und stellt für beide Seiten eine wesentliche Verbesserung der Rechtssicherheit dar.

BRUNO-Gala

VdF sieht Causa Onisiwo als Revolution

Ein Urteil als Revolution
* Onisiwo-Vertrag für ungültig erklärt
* Die VdF, eine Fachgruppe der younion, vertrat den Spieler in dieser
Causa
* Sind Optionen in Verträgen künftig noch zulässig?
5. Jänner 2016
Ohne Karim Onisiwo ist beim SV Mattersburg der Startschuss in die Vorbereitung auf die
Frühjahresmeisterschaft gefallen. Das Fehlen des ÖFB-Teamspielers hatte einen guten Grund: Sein
Vertrag wurde vom Arbeits- und Sozialgericht Wien mit 30. Juni 2015 für ungültig erklärt.
Hintergrund des juristischen Zwists: Mattersburg hatte im ursprünglichen Vertrag mit dem Spieler
eine Option bis 2017 vereinbart, allerdings ohne der üblichen Aufbesserung des Spielergehalts.
Onisiwo und sein Berater haben einer nachträglichen Abänderung des Vertrages nur unter der
Bedingung einer Aufbesserung des Gehalts und einer Ausstiegsklausel von 500.000 Euro für 2015
zugestimmt. Mattersburg-Sportdirektor Lederer war mit dieser Variante einverstanden und wollte
dazu nur noch die Zustimmung des Präsidiums einholen. In der daraufhin abgeschlossenen
Vertragsergänzung war jedoch die Ausstiegsklausel nicht mehr enthalten.
Die VdF war in die Sache involviert und vertrat die Interessen des Spielers. VdF-Geschäftsführer Rudi
Novotny: „Wir haben Mattersburg mehrmals auf die rechtlich problematische Situation aufmerksam
gemacht und dem Verein eine einvernehmliche Lösung mit dem Spieler nahe gelegt.“
Mattersburg lehnte diese Lösung jedoch ab und in Folge auch ein entsprechendes Angebot eines
englischen Klubs für Onisiwo ab, daraufhin legten der Spieler und sein Berater Klage wegen
Nichtigkeit des Vertrages ein. Jetzt ist das Urteil gesprochen, Onisiwo ist ab sofort ablösefrei. Die VdF
freut sich, dem Spieler in dessen persönlich schwierigen Situation geholfen zu haben.
Darüber hinaus kann das Urteil auch als Ergebnis in Richtung mehr Fairness bei Vertrags-Abschlüssen
gesehen werden. Rudi Novotny erklärt: "Bisher war es meist so: War der Spieler schlecht, wurde die
Option vom Verein nicht gezogen. War der Spieler gut, wurde sie gezogen, aber meist nur mit einer
geringen Aufbesserung des Gehalts. Bisher waren die Vereine im Vorteil, jetzt hat sich die Lage der
Spieler verbessert. Wichtig ist es, dass Spieler fair behandelt werden und eine entsprechende
Vertragssicherheit gegeben ist."
Sollten die bisherigen Optionen ihre Gültigkeit verlieren, dann müsste der Kollektivvertrag sofort
adaptiert werden. Das ginge allerdings nur mit der Mitarbeit der Bundesliga, die Wert darauf legt,
dass Österreichs Liga eine Ausbildungsliga ist und bleibt. In der Urteilsverkündung hinterfragt der
Senat die Zulässigkeit der bestehenden Optionsvereinbarungen im Kollektivvertrag. Da heißt es: „So
gilt im Arbeitsrecht der Grundsatz, dass der Arbeitnehmer in seiner Kündigungsfreiheit nicht stärker
beschränkt werden darf als der Arbeitgeber.“


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