VdF - Vereinigung der Fußballer

Der Kollektivvertrag

GdG-KMSfBregelt das Arbeitsverhältnis zwischen Bundesliga-Klubs und Spielern sehr detailliert und stellt für beide Seiten eine wesentliche Verbesserung der Rechtssicherheit dar.

BRUNO-Gala

Verträge sind zum Vertragen da

"Ich habe aber leider nichts Schriftliches" -
Ein Satz, den wir leider viel zu oft hören. Auch auf die Gefahr hin uns zu wiederholen, wollen wir auf Dinge hinweisen, die bei einem Vereinswechsel bzw. bei einer Vertragsunterzeichnung unbedingt zu befolgen sind. Einerseits um vorprogrammierte Streitigkeiten zu vermeiden, andererseits auch nicht ganz uneigennützig, denn wir hoffen, uns in Hinblick auf die EURO 2008 mit erfreulicheren Dingen beschäftigen zu können.

Die Ausgangsposition
Der Spieler ist oft in der schwierigeren Verhandlungsposition als der Verein. Für den Fußballer sind mehrere Faktoren von Bedeutung, wie zum Beispiel der sportliche Faktor (Liga, sportliche Ziele), der finanzielle Faktor oder der räumliche Faktor. Ein Amateurfußballer hat meist nicht viele Alternativen und kommt so oft in die missliche Lage, Vereinbarungen mit einem Verein treffen zu müssen, die nicht rechtens sind.

Die Verantwortung
Jeder ist sich selbst der Nächste, ganz klar, aber um den österreichischen Amateurfußball längerfristig in geregelte Bahnen zu lenken, ist die Eigenverantwortung jedes einzelnen Spielers gefragt. Jeder Spieler mehr, der sich korrekt und schriftlich unter Vertrag nehmen lässt, macht es seinen Kollegen leichter, einen Verein zu finden, der schriftliche Verträge aushändigt.

Die Falle
"Bei uns haben alle nur mündliche Vereinbarungen und bei uns hat es noch nie Probleme gegeben" -
Ein Satz, den vermutlich jeder Kicker schon mal gehört hat.
Wieso sich dann nicht die "Mühe machen" vier Unterschriften zu leisten um einen gemeinsamen, seriösen Weg zu gehen? Eine schriftliche Vereinbarung beugt allen späteren Missverständnissen und Streitigkeiten vor. Sie stellt einen Vorteil für beide Vertragspartner dar, die Handschlagqualität ist leider akut vom Aussterben bedroht.

Die Umsetzung

Punkte, die unbedingt bei einem Vertrag vermerkt werden müssen:

Dauer
Wann beginnt der Vertrag, wann endet der Vertrag.

Fixum, Prämien
Fixum statt Aufwandsentschädigung!

Stell dir folgendes Szenario vor: Im Vertrag steht "Aufwandsentschädigung" und nicht "Fixum"; nach drei Monaten benötigt der Verein den Aufwand des Spielers plötzlich nicht mehr (sprich dich als Fußballer), daher wird der Verein auch nicht gewillt sein, den Spieler für seinen Aufwand zu bezahlen, den er (unfreiwillig) nicht mehr hat. Also unbedingt das Fixum auch als Fixum titulieren!

Bei Prämien vereinbaren wie hoch die Prämie auf der Bank bzw. bei Verletzung ist.

Freigabemodalitäten
Unbedingt schriftlich festhalten, zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Modalitäten der Verein gewechselt werden kann.

Wichtige Punkte, die zu beachten sind

Unterschrift
Damit der Vertrag gültig ist, muss sowohl die Unterschrift des Spielers als auch die Unterschrift eines zeichnungsberechtigten Funktionärs sowie der Vereinsstempel am Vertrag sein. Empfehlenswert ist es, jede einzelne Seite mit einer Paraphe zu versehen.

Aushändigung
"Der Vertrag bleibt bei uns und du kannst ihn jederzeit einsehen!" - Jüngstes Beispiel:
Der Vertrag liegt bei der Stadtgemeinde (natürlich immer einsichtbar) auf; Verein zahlt Spieler nicht aus, Vertrag ist auf mysteriöse Weise verschwunden.
Also immer ein Exemplar für den Verein und ein weiteres für den Spieler.

Weitere Punkte, die enthalten sein sollten:

Strafen
Falls der Verein einen Strafenkatalog besitzt, diesen unbedingt zum Vertrag beifügen, grundsätzlich hat der Verein aber kein Recht, Geldstrafen zu verhängen. Diverse Zahlungen des Spielers an den Verein erfolgen somit "freiwillig".

Auszahlung
Im Vertrag vermerken zu welchem Zeitpunkt die Auszahlung zu erfolgen hat.

Masseur, Zeugwart
Falls Kosten für einen Zeugwart oder Masseur entstehen, sollten diese vermerkt sein.

Schuhe, Ausrüstung
Wie viele Schuhe bzw. welche Ausrüstung wird vom Verein zur Verfügung gestellt.

Die Lösung
Mustervertrag bei der VdF anfordern, diesen auch benutzen und bei Unklarheiten nachfragen.

Die Vorsorge ist besser als die Heilung
Wir stehen bei der Lösung von Konflikten natürlich weiterhin mit Rat und Tat gerne zur Verfügung. Die VdF soll aber nicht nur als "Helfer in der Not" missbraucht und auf die Lösung von etwaigen Streitigkeiten reduziert werden. Wenn ihr euch diese Punkte zu Herzen nehmt, haben wir mehr Zeit für die positiven Dinge, die uns alle weiter bringen, wie den Zugang zum Fußball für Spieler zu erleichtern, die allgemeine Interessensvertretung, eine Struktur im Fußball zu schaffen, die Jugend zu fördern, den österreichischen Fußball zu verbessern...

 

 


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