VdF - Vereinigung der Fußballer

Der Kollektivvertrag

GdG-KMSfBregelt das Arbeitsverhältnis zwischen Bundesliga-Klubs und Spielern sehr detailliert und stellt für beide Seiten eine wesentliche Verbesserung der Rechtssicherheit dar.

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Nicht jeder wird ein Alaba

Hier gehts zum ReLive Stream:

http://www.laola1.tv/de-at/video/tatort-ams-heute-fussballer-morgen-arbeitslos/325542.html

Macht das System im österreichischen Fußball arbeitslos? Unter dem Titel "Tatort AMS" lud die Vereinigung der Fußballer (VdF), eine Fachgruppe der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), am Dienstag in der ÖGB-Zentrale zur dritten - abermals prominent besetzten -Diskussionsrunde nach den Themen Sportwetten & Manipulation und Liga-Reform.

Wie kann man im heimischen Kick Beschäftigung nachhaltig sichern? Mit Qualität. Dabei geht es weniger um diejenigen, die den Weg zum dauerhaften Profi schaffen, sondern um jene, die auf dem Weg zur Karriere auf der Strecke bleiben und dann womöglich keine Ausbildung haben.

Die besten Sager der Diskussionsteilnehmer:

Oliver Prudlo ("Sozialminister" der VdF): 
"Der Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Spieler aus den Akademien drängen nach. Sie sind gut ausgebildet und erhalten durch das Förderungs-System in der Sky Go-Liga auch Plätze in den Teams. Karrieren werden immer kürzer, viele Spieler scheiden Mitte 20 aus dem System aus und stehen oft ohne Ausbildung da. Die Zahl der Arbeitslosen wird auch nicht rückgängig. Man muss mehr Bewusstsein bei den Nachwuchsspielern und deren Eltern schaffen und ihnen klar machen, dass nicht jedes Talent ein David Alaba wird."

Ulf Baranowsky (Deutsche Spielergewerkschaft VdV) 
"Wir beneiden die österreichischen Kollegen um den Kollektivvertrag, den wir in Deutschland noch nicht haben, sondern nur Kooperationsvereinbarungen mit der Liga und den Vereinen. Das Arbeitslosencamp wird von diesen Partnern mitfinanziert. Somit schaffen rund 80 Prozent den Wiedereinstieg ins Profi-Geschäft.

Mit der Aktion Fit für Job weisen wir bei vielen Klubs auf die Problematik bezüglich dem Leben nach der Karriere hin. Zwei Drittel der Profis bilden sich während ihrer Karriere nicht weiter. Zwei von zehn Profis haben nach der Karriere keine berufliche Qualifikation.

Wir erklären den Eltern und den Spielern immer, dass der Tag X kommen wird. Und bei 95 Prozent der Spieler kommt er, bevor die Karriere beginnt. Daher ist die Eigeninitiative auch sehr wichtig."

Franz Schiemer (Ex-Nationalteamspieler) 
"Ich habe in Linz den MBA gemacht, weil ich eine wirtschaftliche Ausbildung haben wollte. Das hat mich immer interessiert. Der Umstieg ins neue Leben wird mir sicher gelingen, den Abschluss habe ich neben dem Sport gemacht.

Ich hatte das Glück, dass wir in Salzburg für österreichische Verhältnisse sehr gut bezahlt wurden und werden. In der Erste Liga ist es aber extrem. Da verdienen Profis nicht mehr als jeder x-beliebige Arbeiter. Nur die Profis können ihrer Arbeit nur eine begrenzte Zeit nachgehen. Zu viele junge Spieler sind zu gut ausgebildet. Daher wird der Übergang zum großen Problem. Wir haben hierzulande nicht so viele Profi-Vereine wie es vielleicht danach aussieht. Es ist wohl nur Platz für eine Profi-Liga."

Steffen Hofmann (lebende Rapid-Legende, Kapitän) 
"Ich mache ein Fernstudium in Salzburg am IFM-Institut, mit dem ich letzten Sommer begonnen habe. Es umfasst 14 Module. Es ist schwierig, nach so langer Zeit wieder die Schulbank zu drücken. Aber es ist gut, nicht nur für die Beine, sondern auch etwas für die Birne zu tun.

Das Problem rund um die Arbeitslosigkeit ist, dass heute viel mehr Spieler nach kommen. Entweder sie sind gut und bald im Ausland, oder sie sind auch schnell wieder weg von der Bühne. Einerseits ist die gute Ausbildung in den Akademien eine tolle Sache, umgekehrt ist es aber auch für manche gefährlich."

Fredi Bobic (deutscher Europameister von 1996) 
"Ich hatte dank meiner Eltern noch eine traditionelle Ausbildung. Zuerst musste ich sie fertig machen, dann kam erst der Fußball. Heute werden Spieler mit 16, 17 oder 18 Profis.Die Akademien sind toll aber auch gefährlich. Wir reden immer nur von denen, die es schaffen. Aber der Großteil schafft es bekanntlich nicht. Auch wenn die meisten das Abitur machen. Was bringt es? Wenn sie dann ausscheiden und kaum Erfahrung mit dem richtigen Leben haben - welche Chancen bekommen sie dann? In den Akademien leben die Talente für mich in einer Scheinwelt. Da geht es nur um Fußball und eine Profi-Karriere. Die Realität sieht aber anders aus."

Ralf Muhr (Austria-Akademieleiter) 
Spieler und Eltern brauchen einen Plan B. Unsere Aufgabe ist es, ihnen das bewusst zu machen. Alle wollen Karriere machen, das ist legitim. Aber es ist nicht leicht, mit dem Fußball in Folge seinen Unterhalt zu verdienen. Nur wenige Prozent der Spieler haben nach ihrer Karriere wirklich ausgesorgt.

Wir versuchen, den jungen Spielern ein breites Angebot an Ausbildung zu machen. Nicht jeder ist für ein Gymnasium geeignet. Daher bieten wir auch eine Lehre oder die Sporthandelsschule an. 
Der Markt im Profigeschäft ist begrenzt, das ist ein Fakt. Die Stärksten setzen sich durch. Aber in Österreich sind die Fußballer keine Millionäre, wie viele vielleicht glauben."

Christian Ebenbauer (Bundesliga-Vorstand) 
Bei unserer Sozialpartnerschaft mit der VdF dürfen wir nicht vergessen, wer wen vertritt. Die Bundesliga die Vereine, die VdF die Spieler. Wir haben oft miteinander Probleme gehabt, sind aber immer wieder zusammen gekommen.

Wir wollen, dass die jungen Österreicher zuerst in der heimischen Liga ausgebildet werden und dann den Schritt ins Ausland wagen. Das würde auch dem Nationalteam weiterhin helfen. Die Bildungs-Debatte ist in Österreicher generell eine große, nicht nur im Fußball. Der Flaschenhals vom Profi- zum Amateurfußball ist meiner Meinung nach sehr wichtig, weil dieser Übergang nötig ist. Und dieses Zwischending ist eben die Sky Go Erste Liga, die aufgrund von TV -Verträgen derzeit nicht zur Diskussion steht"

 

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